Bestehende Sonderbauten: SBauVO-Übergang und Nachrüstung
§ 45, § 58, § 90, § 142 SBauVO regeln, wann alte Versammlungsstätten, Hotels, Garagen und Verkaufsstätten welche neuen Anforderungen erfüllen müssen – zentral für Umbau und Betrieb.
Jeder Sonderbau-Typ in SBauVO NRW hat Bestandsregeln: Versammlungsstätten § 45, Beherbergung § 58, Verkaufsstätten § 90, Garagen § 142, Hochhäuser Kapitel 4 – wann welche Betriebs- und Bauvorschriften auf Altbestand anwendbar sind.
Verwechslung mit Bestandsschutz BauO: SBauVO-Übergang ist sonderbau-spezifisch; BauO-Bestandsschutz parallel prüfen.
Grenzfall ja: Alte Eventlocation, wesentliche Umbau mit Nutzungsänderung – neue SBauVO-Anforderungen und Konzept-Fortschreibung. Grenzfall nein: „Bestand, muss nichts tun“ bei geänderter Personenzahl und blockierten Rettungswegen.
Bestandsregeln je Sonderbau-Typ
Versammlungsstätten § 45: welche Betriebsvorschriften Kapitel 4 und ausgewählte Bauvorschriften für Bestand.
Altes Kino zu Event: Personenzahl, Bühnenwand, BMA.
Hotel-Nachrüstung: Rauchschutztüren, Fluchttüren 0,90 m.
Tiefgarage ohne aktuelle Prüfberichte: PrüfVO-Lücke schließen.
Praxis: Sonderbau im Bestand und Abgrenzung
Bestandsgebäude mit neuer Sonderbaunutzung lösen in NRW häufig Konzept- und Ertüchtigungspflichten aus – Bestandsschutz nach § 69 begrenzt, ersetzt aber keine Gefahrenabwehr. Abgrenzung: Bestandserleichterung ist nicht dasselbe wie „nichts tun“; bei Nutzungsänderung neue Bewertung.
Praxisfall Hotelumbau: Alte Flure erfüllten aktuelle Rauchabschnittslogik nicht – Konzept mit Abweichung und kompensierenden Maßnahmen. Behördenforderung: Nachweis tragfähiger Rettungswege vor Eröffnung.
Dokumentation aller Abweichungen und Auflagen im Betriebsordner – Fortschreibung bei jeder weiteren Nutzungsänderung.
Praxis: Genehmigung und Betrieb
Bestehende Sonderbauten: SBauVO-Übergang und Nachrüstung löst in NRW häufig ein Brandschutzkonzept oder eine Stellungnahme aus – auch wenn kein SBauVO-Typ exakt passt. Abgrenzung: Gebäudeklasse allein definiert den Sonderbau nicht; Bestandsschutz ersetzt keine Gefahrenabwehr bei Nutzungsänderung.
Praxisfall: Teilnutzung ohne Fortschreibung von Plänen und BSO – Abnahme verzögert bis Konzept und ASR-Pläne zum genehmigten Stand passten. Behördenforderung: Evakuierung und Anlagentechnik gemeinsam prüfen.
Nachweis: Genehmigungsunterlagen, Betriebsdokumentation und Übungsprotokolle im Ordner Sonderbau führen.
Grenzen
Dieser Ratgeber fasst SBauVO-Bestandskapitel zusammen. Konkrete Übergangsfristen sind projekt- und behördenabhängig. Er ersetzt keine behördliche Festlegung.
Häufige Fragen
Gilt SBauVO sofort für alte Gebäude?
Nein pauschal – Übergangs- und Bestandskapitel je Typ; wesentliche Änderung triggert oft volle Anforderungen.
Was ist eine wesentliche Änderung?
Umfang und Wirkung auf Brandschutz – behördenabhängig; Nutzungsänderung mit mehr Personen typischer Trigger.
Brauche ich bei Bestand ein neues Konzept?
Bei wesentlicher Änderung Fortschreibung oder neues Konzept nach § 9 BauPrüfVO – nicht nur Bauantrag.
Hilft Bestandsschutz BauO?
Parallel prüfen – SBauVO-Bestand und BauO § 62/64 Bestandsschutz sind getrennte Ebenen.
PrüfVO auch im Altbau?
Wenn Sonderbau und prüfpflichtige Anlagen existieren – ja, unabhängig vom Baujahr.
Darf ich Feststellanlagen dauerhaft offen lassen?
Nein – auch im Bestand; ggf. genehmigte Feststellanlage, nicht Keil.
Von der Ratgeber-Einordnung zur konkreten Leistung: Brandschutzberatung, Konzept oder betriebliche Organisation – wir melden uns mit einer passenden Einschätzung.