Arbeits- und Sicherheitsplan (A+S-Plan) bei Brandschadensanierung
Was in den Arbeits- und Sicherheitsplan nach VdS 2357 gehört: Zonenplan, Absperrungen, Entsorgungswege und Pflichtinhalte für GB 1–3 – das zentrale Baustellendokument.
Der Arbeits- und Sicherheitsplan (A+S-Plan) ist das zentrale Planungsdokument für die Brandschadensanierung bei Gefahrenbereichen 1 bis 3. Er beschreibt, wo und wie gearbeitet wird, welche Gefahrenbereiche und Arbeitszonen gelten und welche Schutz- und Entsorgungsmaßnahmen einzuhalten sind.
Er wird vom Auftraggeber durch Fachkundige erstellt und ist Voraussetzung für die Beauftragung und die Gefährdungsbeurteilung des ausführenden Unternehmens.
Typische Inhalte
Grundriss/Schnitt mit Gefahrenbereichen GB 0–3 und Arbeitszonen
Reihenfolge der Sanierungsschritte (Abbruch, Reinigung, Trocknung, Entsorgung)
Anforderungen an ausführende Unternehmen (Sachkunde, PSA, Unterweisung)
Bezug zu Sanierungskonzept und Gefährdungsbeurteilung
Das Sanierungs- und Entsorgungskonzept legt das „Was“ und „Wozu“ fest – der A+S-Plan das „Wo“ und „Wie“ auf der Baustelle. Die Gefährdungsbeurteilung des Sanierers bezieht sich auf den A+S-Plan und konkretisiert Schutzmaßnahmen für die eigenen Beschäftigten.
Alle drei Dokumente müssen zusammenpassen; Widersprüche führen zu Baustellenstillstand und Haftungsfragen.
Wer erstellt den A+S-Plan?
Fachkundige im Auftrag des Auftraggebers – typisch Brandschadensanierer mit DGUV-101-004-Qualifikation, Sachverständige oder spezialisierte Planer. Der Auftraggeber bleibt verantwortlich, auch wenn die Versicherung einen Dienstleister vorschlägt.
Koordination bei mehreren Gewerken
Der A+S-Plan benennt Zuständigkeiten und Zeiten, wenn mehrere Firmen im kontaminierten Bereich arbeiten. Ein Koordinator mit Entscheidungsbefugnis passt den Plan bei Änderungen an (neue Schadstofffunde, Wetter, Verzögerungen).
Typische Mängel im A+S-Plan
Nur Fließtext ohne Lageplan und Zonen
Entsorgung „extern“ ohne konkrete Wege und Containerstandorte
Keine Regelung für Nachbarn, Mieter oder gemeinsame Flure
Plan veraltet nach Umbau der Abschottung während der Sanierung
Praxis: Sanierung und Dokumentation
Bei Arbeits- und Sicherheitsplan (A+S-Plan) bei Brandschadensanierung in NRW greifen Arbeitsschutz, Gefahrstoffrecht und Brandschutz gleichzeitig – ein gemeinsames Sanierungskonzept verhindert Widersprüche zwischen Gewerbeaufsicht und Bauaufsicht. Abgrenzung: BSO ersetzt keine Gefährdungsbeurteilung nach DGUV; Entsorgungsnachweis ersetzt kein Freigabeprotokoll.
Praxisfall: Asbesthaltige Reste neben aktiver Produktion – Behörde verlangte Sperrzonen, Unterdruck und dokumentierte Freigabe vor Wiederinbetriebnahme. Typische Behördenforderung: ASP und Brandschutzplaner früh einbinden.
Nachweis: Arbeitssicherheitsplan, GBU-Abschnitt und Übergabeprotokoll an den Betreiber – nicht nur Rechnung des Entsorgers.
Grenzen
Der A+S-Plan ist kein Brandschutzkonzept im baurechtlichen Sinne und kein Ersatz für Genehmigungen bei Wiederaufbau. Er regelt Arbeitssicherheit und Sanierungsablauf nach VdS 2357.
Häufige Fragen
Brauche ich einen A+S-Plan bei GB 0?
Bei klar begrenztem GB 0 oft vereinfacht oder im Sanierungskonzept integriert. Bei GB 1–3 ist ein eigenständiger A+S-Plan Pflichtbestandteil.
Ist der A+S-Plan dasselbe wie ein SiGe-Plan?
Verwandt in der Koordinationsidee, aber fachlich auf kontaminierte Brandschadensanierung nach VdS 2357 ausgerichtet – nicht identisch mit der Baustellen-SiGe nach Baustellenverordnung, kann aber parallel nötig sein.
Muss der Versicherer den Plan genehmigen?
Versicherer fordern oft das Konzept und den A+S-Plan vor Kostenfreigabe. Rechtlich bindend für Arbeitsschutz ist die Gefährdungsbeurteilung und Einhaltung von TRGS 524.
Wer aktualisiert den Plan bei Änderungen?
Der Auftraggeber über die planenden Fachkundigen – der Koordinator auf der Baustelle meldet Abweichungen.
Kann H&S+ einen A+S-Plan erstellen?
Im Rahmen der fachlichen Begleitung und Beratung nach Abstimmung des Umfangs – abhängig von Objekt und Gefahrenbereich. Erstberatung zur Einordnung: Kontaktformular.
Von der Ratgeber-Einordnung zur konkreten Leistung: Brandschutzberatung, Konzept oder betriebliche Organisation – wir melden uns mit einer passenden Einschätzung.